Bewertung der Jury, 3. Runde

 

 

Und hier sind die Bewertungen der Juroren für die 3. Runde.

Die Juroren haben entschieden, in dieser Runde den "Joker" zu nutzen, d.h. alle Autoren sind weiter gekommen.

Heike Adami

Sie war mit dieser Präsentation am Start: https://youtu.be/mdVReWENbqg

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Das Gespräch mit der Graphikerin wirkt etwas gezwungen. Die Geschichte des Kontaktes zu ihr bringt zum Thema nichts. Das Cover wirkt auf mich sehr unruhig nicht so sehr wegen des Magenta, sondern wegen der Schrift. Insgesamt ist das Cover unübersichtlich. All die Bedeutungen, die die Autorin in der Gestaltung des Covers sieht, ist für mich visuell nicht wirklich umgesetzt. Die Qualität der Lesung ist ok, aber der an sich gut gesprochene Text ist inhaltlich ein schwacher Aufguss der unzähligen Hypnose- und Entspannungs-Texte, die im Umlauf sind.

 

Björn Bedey, Verleger:

Besuch beim Graphiker ist eine tolle Idee. Auch dass der Graphiker sich selbst vorstellt, hat mir gut gefallen. Das Cover hätte ich gerne noch einmal von Nahem gesehen. Ich weiß ja nicht, ob der Graphiker schon öfter mal Buchcover gestaltet hat – ich persönlich finde das Cover nicht gelungen. Die Schrift ist mir viel zu schlecht lesbar – das Bild dahinter passt. Gerne hätte ich auch noch ältere Cover gesehen. Die Lesung zum Impuls war sicher nicht etwas für jeden – man muss sich da schon drauf einlassen wollen. Danach auch noch auf die Buchrückseite einzugehen, fand ich gut.

 

Bernd Held, Designer:Cover: Klar, der Grafiker weiß, was er macht. Die Überlegungen, wie es zum Schriftzug, zur Farbe und zum Fotomotiv gekommen ist, sind nachvollziehbar. Insgesamt ist der Umschlag souverän und gekonnt umgesetzt. Der Schriftzug in Magenta als zentrales Element hält den Umschlag auf Kurs. Unglücklich ist jedoch die Wahl des Fotomotives. Es ist sehr unruhig und kleinteilig. Was auf der Vorderseite mit der sehr großen Titelschrift noch funktioniert, wird auf der Rückseite zum kleinen Drama, da der Rückseitentext nur noch schwer lesbar ist und mit vielen grafischen Kniffen überhaupt entzifferbar gemacht werden muss. Dadurch wird der Rückseitentext auch sehr groß und verliert an Eleganz. Der partielle Lack auf der Vorderseite kommt gut, auf der Rückseite erschwert er zusätzlich die Lesbarkeit. Es heißt nicht umsonst „partiell“ - man sollte keinen kompletten Text damit überdrucken.

 

Rolf Mueller, Lektor:

Idee: Die Autorin besucht den Grafik-Designer und rekapituliert mit ihm die Entstehung des Buchcovers. Im Mittelpunkt der Cover-Konzeption steht der kalligrafische Buchtitel.

Umsetzung: Das gemeinsame Erinnern von Autorin und Grafiker geht etwas zäh voran und wird zusätzlich von vielen redundanten Höflichkeitsfloskeln gebremst. Auch die weltschweifigen Interpretationen können kaum davon ablenken, dass die Illustration des Covers (altes Gemäuer mit schwerer Holztür) weder etwas mit dem magentaroten Titelschriftzug, noch mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Die angebotenen Erklärungen und Interpretationen sind nicht plausibel.

Technik: Das Video ist technisch professionell. Am Cover überzeugen mich nur der kalligrafische Schriftzug und der Prägedruck. Das alte Gemäuer und die Tür lassen eher einen historischen Roman vermuten, gerade auch der Kalligrafie wegen. Die serifenbetonte Schrift auf dem Titel ist ebenso zu stark spationiert wie der Fließtext auf der Rückseite, der dadurch erheblich schlechter lesbar ist.

Fazit: Die souveräne Improvisationskunst der Autorin gerät hier an ihre Grenzen, zumal der Grafiker über seine eindrucksvolle Kalligrafie hinaus nicht so besonders überzeugend wirkt, zumindest auf mich.

 

 

 

 

 

 

Christin Burger

Sie gab diese Präsentation ab: https://youtu.be/uANB_SKBHg8

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Wieder ein sehr überzeugendes Video, klar in der Sache und in der Sprache. Die Geschichte der Entstehung ihres  Covers ist interessant erzählt und nachvollziehbar. Das Cover hat eine attraktive Gesamtwirkung und eine deutliche Botschaft, worum es inhaltlich geht. Gefällt mir gut.

 

Die Lesung kommt ebenfalls gut an. Die Autorin liest lebendig und ausdrucksstark.

 

Björn Bedey, Verleger:

Ok – ich werde mit einer Lesung empfangen – schön. Spoiler-Alarm glaub ich ihr nicht mehr… Die Lesung hat mir auch dieses Mal wieder sehr gut gefallen. Sie kann`s einfach. Schön – das Cover ist in Groß zu sehen, mit Vorder- und Rückseite. Christin erzählt die kurze Geschichte dazu – aber es gibt ja auch noch die Geschichten zum 1. und 2. Teil – wie schön! Das freie Sprechen hat mir sehr gut gefallen und passte. Die Cover finde ich ok – meins ist es nicht.

 

Bernd Held, Designer:

Die Erklärungen zum Umschlag und zur Entstehung der Reihenoptik sind vollständig, nachvollziehbar und gut strukturiert. Sehr schöne Ausführung, wie es von den anfänglichen Coverversionen zu den aktuellen kommt.
Der Umschlag selbst ist, ebenso wie die ganze Reihe, hochprofessionell: Plakative, tolle Motive, große, perfekt austarierte Typo, Covermotiv auch auf dem Buchrücken ist super, überlegtes Farbschema, perfekter Aufbau und tadellose Platzierung der einzelnen Umschlagelemente.
Rolf Mueller, Lektor:
Idee: Dieses Mal beginnt die Autorin mit der Lesung, nicht ohne aber vorher sehr professionell mit einer Ankündigung des Videos im Video die Spannung angekurbelt zu haben.
Umsetzung: Die Umsetzung ist wie immer souverän und überzeugend. Die stilistisch perfekt aufeinander abgestimmten Cover der Trilogie, der letzte Band nimmt am Wettbewerb teil, werden anschaulich in ihrer Entwicklung gezeigt. Die Autorin versteckt auch die vergleichsweise schwachen "alten" Cover nicht und ermöglicht so den Vergleich.
Technik: Technisch ist das Video uneingeschränkt gelungen. Die Tropfenblende könnte allerdings mal ersetzt werden, sie schwächt den preofessionellen Eindruck. Die drei Cover sind ebenfalls perfekt und modern gestaltet, wobei ich mich frage, warum ausgerechnet schwer lesbare Versalienzur Zeit in Mode sind.
Fazit: Christin Burger hat für mich auch die dritte Runde gewonnen, wenn auch die VerfolgerInnen dieses Mal besonders dicht sind.

 

 

 

 

Farina de Waard

Sie war mit dieser Präsentation dabei: https://youtu.be/Oxgbzat8XwI

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Die technische Qualität des Videos ist gut. Grundlage des Covers sind eigene Zeichnungen, aus denen in Zusammenarbeit mit einer Designerin das Cover entwickelt wurde. Die Technik ist interessant, aber das Ergebnis finde ich nicht so überzeugend. Das fertige Cover wirkt auf mich „aufdringlich“. Die langen Ausführungen zur Trilogie sind eigentlich überflüssig. Die Lesung ist lebendig, ich habe gerne zugehört.

 

Björn Bedey, Verleger:

Schön, dass Farina auch die anderen Cover zeigt. Das langsame und nahe „Anschauen“ des Covers hat mir sehr gut gefallen! Die Geschichte vom Weg zum Cover holt die Leser bzw. Zuschauer gut ab. Die drei Cover der Triologie selbst gefallen mir auch sehr gut – sie sind unique und durch die Prägung auch hochwertig. Das Cover von Jamil gefällt mir nicht so – ist mir zu kitschig. Aber es scheint zum Inhalt zu passen – und darum geht es ja. Die Lichteffekte mit der Folie sind natürlich super. Insgesamt hat Farina sich sehr mit dem Cover beschäftigt, das ist gut und auch sehr, sehr wichtig – das Ergebnis spricht für sich…

Die Lesung mit dem Wasser, Feuer und Wald hat mir gut gefallen – unterhaltsam und kurzweilig.

 

Bernd Held, Designer:

Lange Erklärung über die Cover der Trilogie, um die es hier gar nicht geht. Irrelevant und insofern nachteilig, da die Typo vom Autorinnenname schlecht spationiert ist.
Das Cover des Wettbewerbbuches bleibt qualitativ hinter den Covern der Trilogie zurück.
Pro: aufgeräumter Aufbau, plakatives Motiv, Haupttypo sehr schön.
Kontra: Zentralaufbau über alle Bereiche (Motiv und Typo) wirkt hier eher langweilig, völlig unspektakulär, es fehlt der optische „Ausreißer“, an dem das Auge hängen bleibt. Nebentypo (Autorinnenname und Untertitel) passen m. M. nicht optimal zum Covermotiv und zur Haupttypo. Lentikularfolie ist haptisch unangenehm, macht das Cover unflexibel und „nervt“ das Auge.
Rolf Mueller, Lektor:
Idee: Eine konzeptionell eindrucksvolle Steigerung zu früheren Videos der Autorin; nach einem kurzen Ariss über die Cover der Reihe "Vermächtnis der Wölfe" erläutert die Autorin ihre ersten Gedanken und Skizzen zum Fantasyroman "Jamil" bis hin zur fertigen Gestaltung und dem besonderen Lentikulardruck des Covers, der zu einem optischen Wechsel der Coverfarbe führt. Es schießt sich eine Lesung an, die erstmals mit eindrucksvollen Naturbildern unterlegt ist.
Umsetzung: Das Video ist professionell umgesetzt, die verschiedenen Cover werden perfekt abgeschwenkt, jeder Schnitt und jede Blende stimmen. Auch die Cover der Wölfe-Reihe sind optimal umgesetzt. Zwar ist es legitim, sie kurz zu zeigen, in diesem Fall beeinträchtigen sie jedoch das Wettbewerbsbuch "Jamil", weil dieses grafisch deutlich schlechter gelungen ist und so der Qualitätsabfall offenkundig wird.
Technik: Das gesamte Sujet des "Jamil"-Covers ist konventionell, die Typografie fast ärgerlich. Der Lentikulardruck, der - je nach Blickwinkel - zu einem optischen Wechsel der Coverfarbe von rot zu blau führt, kann da auch nichts mehr bewirken, obwohl die jugendliche Zielgruppe sich wahrscheinlich mehr dafür begeistern kann. Das Video ist in Bild und Ton perfekt.
Fazit: Mit diesem Video stößt die Autorin für mich in die Spitzengruppe vor. Auch die Cover der Wölfe-Reihe sind für mich absolut top - allerdings laufen sie bei diesem Wettbewerb außer Konkurrenz, während das Cover des 'Wettbewerbs-Kandidaten "Jamil" enttäuscht.

 

 

Erik Schulz

Und dies ist seine Präsentation zur 3. Runde: https://youtu.be/Bvz7EptD6qE

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Der Autor wollte einen Eyecatcher für ein Drogenbuch. Das ist ihm gelungen. Für mich ist es aber eher ein negativer Eyecatcher, weil es aggressiv auf mich wirkt und keine Information über den Inhalt des Buches aussendet. Das Interview mit seiner Graphik-Designerin über die Entstehungsgeschichte war sehr aufschlussreich. Die Idee mit der handschriftlichen Rückseite finde ich eigentlich gut, aber in diesem Fall passt das graphisch nicht zur Vorderseite. Keine Lesung.

 

 

Björn Bedey, Verleger:

Schöne Musik. Passt die zum Buch? Schön die anderen Bücher im Hintergrund präsentiert – geht doch! Die Geschichte zum Cover hat mir gefallen. Die inspirierenden Cover einzublenden, haben den Gedankengang sehr gut veranschaulicht, wie auch die Fotos, die seinem Cover zugrunde liegen. Das Interview mit der Designerin und Erik mit der Stimme aus dem Off war super – ich musste erst einmal schmunzeln… Auch die Rückseite wird besprochen – gut. Das Cover selbst gefällt mir.

 

 

Bernd Held, Designer:Die Erklärung, wie er zum Umschlag und zu den Schriften gekommen ist, sind nachvollziehbar. Ich vermisse längere Großaufnahmen des Umschlages. Grundsätzlich passt das Fotomotiv und die Haupttypo zum Thema Drogen des Buches. Zwei ganzflächige Fotomotive auf einem Umschlag kann man machen, hier passt es leider nicht. Die Auswahl des Fotomotives und der Haupttypo sind seit mehr als 10 Jahren aus der Mode. Heute geht das für solche Bücher nicht mehr. Die Gesamtgestaltung wirkt unruhig, uneinheitlich, etwas überladen und unmodern. Es fehlt das plakative Element. Allein die Verwendung von drei Schriftarten (Haupttypo, Autorenname und Handschrift hinten) macht den Umschlag unruhig. Die Vorderseite passt nicht zur Rückseite. Das Fotomotiv passt zwar zum Inhalt, ist aber leider etwas dunkel.

 

Rolf Mueller, Lektor:

Idee: Die Konzeption ist gelungen - sehr anschauliche Darstellung der Cover-Entwicklung; Schulze-Stimme aus dem Off interviewt Autor und Grafikerin. Das Cover überzeugt von der Idee her ebenfalls.

Umsetzung: Die einführenden Gedanken zum Thema "Buchcover" sind teilweise recht konventionell, gut gefallen hat mir "Das Fenster zum Buch". Konsequent filmisch gelöste Schilderung des Entwicklungsprozesses, perfektes Interview, beantwortet aber nicht alle eingangs angerissenen Fragen. Das Cover ist vom Sujet her gelungen, wenn auch die Typografie nicht perfekt ist, leider korrespondiert die Rückseite optisch in keiner Weise mit der Vorderseite.

Technik: Das Video ist einmal mehr technisch perfekt. Dem Cover fehlt ein aussagekräftiger Subtitel. "Zu den Sternen fliegen" ist direkt irreführend, nur verständlich, wenn der Betrachter das Thema kennt.

Fazit: Das Video ist uneingeschränkt sehr gut. Weil es aber auch um das Cover und die Aufmachung des Buches gehen soll, wirken sich die doch verhandenen Mängel des Umschlags mindern auf die Endnote aus.

 

 

 

 

 

Markus Walther

Er schickte diese Präsentation ins Rennen: https://youtu.be/36YmDmUdb50

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Das Video beginnt mit tollen Geräuschen zu geheimnisvollen Bildern, was sofort das Interesse wachruft. Der Einfall, ein Interview mit dem Buch selber zu machen, ist brillant. Das Cover wirkt auf mich altmodisch, weckt keine Neugierde, weil die Geschichtenbücher meiner Kindheit z.T. so aussahen, aber das ist wahrscheinlich für jüngere Generationen anders. Die Entstehungsgeschichte fand ich sehr interessant. Die Lesung war wieder super. Der Autor hat einfach eine richtig gute „Vorlese-Stimme“.

 

 

 

Björn Bedey, Verleger:

Was für ein Intro! Wow! Die Covervorstellung in Form eines Interviews mit dem Buch ist eine entzückende Idee – und passt natürlich wunderbar zum Inhalt. Der Weg zum Cover wurde sehr unterhaltsam und ansehnlich dargestellt. Das Cover stand im Mittelpunkt und es war Zeit genug, dies auch eingehend zu betrachten. Klasse Vorstellung! Die Leseprobe wie immer gut vorgetragen. Selbst der Abspann hat Spaß gemacht.

 

 

Bernd Held, Designer:Das Video ist natürlich wieder mal top! Es gibt interessante Einblicke in die Entwicklung des Covers. Allerdings könnte die Vorstellung ausführlicher sein, letztlich erfährt man zu wenig über die Überlegungen. Warum und wieso dieses Motiv? Warum diese Typo? Der Wettbewerb heißt zwar „Covergestaltung“, aber das Buch hat auch eine Rückseite und einen Buchrücken, die hier nicht vorkommen. Trotz guter und interessanter Umsetzung ist mir die Präsentation zu oberflächlich und inhaltlich uninspiriert.

 

 

Rolf Mueller, Lektor:

Idee: Auf einen recht esoterisch wirkenden Auftakt mit den wispernden Büchern diskutiert eine weibliche Off-Stimme mit dem zumindest von der Stimme her kindlichen Buch "Buchland" über die Entstehung des Covers.

Umsetzung: Sehr gelungene Umsetzung, die den leicht ironsischen Zungenschlag und die unverwechselbare Schnodderigkeit des Autors nie vernachlässigt.

Technik: Das Video ist weitgehend perfekt, der Ton zeigt mitunter leichte Schwächen.Die Lesung ist super.

Fazit: Anschauliche Darstellung der verschiedenen Cover-Entwicklungsstufen, die letztlich zu einem perfekten Cover führten.