Bewertung der Juroren zur 4. Runde

 

Dies sind die Bewertungen der Jury zu den Präsentationen der 4. Runde. Das Thema der Rundenfrage lautete "Lektorat".

 

Der Autor Erik Schulz scheidet nach dieser Runde auf eigenen Wunsch aus.

 

Die Endrunde mit den Autoren Heike Adami, Christin Burger und Markus Walther findet am 04.11.2017  statt.

 

 

Heike Adami: https://youtu.be/B-38Wzi34cc

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Zum Thema Lektorat wird mit der Lektorin ein Interview geführt, das im Wesentlichen darauf hinausläuft, dass die Lektorin das Buch interpretiert und den Stil der Autorin lobt. Das wirkt zum Teil peinlich, besonders wenn die Autorin noch dazu immer wieder das Buch in die Kamera hält. Deutlich wird auch, dass dieses sehr schmale Lebenshilfebuch nicht nur inhaltlich (siehe 3. Runde). sondern auch formal sehr eklektisch anmutet.

 

Björn Bedey, Verleger:

Interview mit der Lektorin, die die Schreibweise und das Buch beurteilt. Das Interview im Wohnzimmer – vermutlich der Lektorin – ist sicher authentisch. Eine kurze Vorstellung der Lektorin und der Qualifikation hätten mich schon noch interessiert. "Ein Lebenshilfebuch mit didaktischen Stilmitteln – etwas verspielt". Das Cover wird jetzt auch noch einmal besprochen – ok… Den Hinweis auf den Lehrgang finde ich gut – vielleicht dient er als Anregung für andere Autoren. Mahlzeit: ah – ich bin in der Lesung – gut vorgetragen. Das Wort kommt aus der Musik – wichtig ist der Atem – beim Lesen? Insgesamt war das Gespräch mit der Lektorin informativ.

 

Bernd Held, Designer:

Über das Lektorat spricht sie in einem Interview mit Ihrer Lektorin. Es geht die meiste Zeit um die Gestaltung des Buchblocks und die Stil-Entscheidung der Autorin. Das hat alles nicht besonders viel mit der Themenstellung des Videos zu tun. Außerdem mischt sich die Lektorin in Bereiche der Buchproduktion ein, die ihr als externe Lektorin nicht zustehen.

 

Rolf Mueller, Lektor:

Idee: Das Thema "Lektorat/Korrektorat" in Form eines Interviews mit der Lektorin anzugehen, ist soweit okay, wenn auch arg naheliegend und damit wenig innovativ.

Umsetzung: In einem Interview sind die Aufgaben klar verteilt: Eine fragt, eine antwortet, wobei die Fragende darauf zu achten hat, dass die Antwortende beim Thema bleibt. Bricht diese aus und arbeitet noch mal die Inhalte der vergangenen Runde auf, so ist das Interview leider misslungen.

Technik: Die technische Qualität ist nach wie vor professionell, die Schnitte sind aber ebenfalls nach wie vor ziemlich holprig. Auch vom verfehlten Thema abgesehen, das Interview ist auf beiden Seiten zu wenig Dialog und zu viel Monolog.

Fazit: Heike Adami hat es schon öfter getan, doch in diesem Video nimmt es überhand: In jedem Fliegenschiss auf dem Manuskrip eine Bedeutung zu interpretieren. Menschen in Notlagen sind ganz besonders dankbar für einen verständlichen, klaren Stil und legen wenig Wert darauf, anhand experimentell verstellter Texte die mentale Verfassung der Autorin nachzuvollziehen. Meine Meinung.  Ich kann in diesem Beitrag leidre (zu) wenig im Sinne der Aufgabe erkennen.

 

 

 

 


 

Christin Burger: https://youtu.be/O-JCy-zWEp8

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Wieder ein lebendiges und sehr informatives Video ohne irgendwelche Effekte, aber gerade darum auch sehr überzeugend. Sie wirkt immer sehr kompetent (inklusive ihrer Katze!). Mir gefällt, dass die Notwendigkeit eines Lektorats nicht nur behauptet, sondern anhand von Beispielen dargestellt wird. Was die Lesung betrifft kann ich mich nur wiederholen: lebendig und ausdrucksstark, man hört gerne zu.

 

Björn Bedey, Verleger:

Hah – Christin weist noch einmal auf die Likes hin – gut! War das eine Katze da im Hintergrund? Ah – jetzt kommt sie auch ins Bild. Die Beantwortung der Fragen zum Lektorat mittels des Vorlesens eines Briefes kann man machen – durch das sehr einnehmende und symphatische Vortragen von Christin macht das Zuhören wieder Spass. „Lektoren sind auch nur Menschen.“ Die Lesung holt die Zuhörer kurz mit einer Hinleitung ab – und fesselt mich – schön.

 

Bernd Held:

Das Video ist wie immer sehr charmant gemacht. Christin ist souverän und weiß sich vor der Kamera zu bewegen.
Die Katze als Running Gag ist großartig :) Über Ihr Lektorat erzählt sie anhand einer Frage- und Antwortliste. Dabei kommen nette kleine Nebengeschichten heraus.
Rolf Mueller, Lektor:
Idee: Statt eines Interviews mit der Lektorin "Grüße aus dem Lektorat" mit interessanten Antworten auf kluge Fragen.
Umsetzung: Lockere, souveräne Präsentation. Toll, wie die Katze "Speddy" integriert wird, als sie im Bild auftaucht. Schöne, nachvollziehbare Darstellung der Lektoratsarbeit.
Technik: Technisch und handwerklich ist das Video tadellos wie immer. Christin Burger ist vom ersten bis zum letzten Satz Profi. Das ist wörtlich zu nehmen, denn keine und keiner der Wettbewerber war bislang so professionell, zu Beginn und am Ende zu sagen, worum es geht und wer es veranstaltet.
Fazit: Alles super, bis afu eines: Wenn ein Detail, warum auch immer, dem Publikum nicht gesagt werden soll, dann bitte ganz rauslassen. Es ist nicht professionell, "die Sache mit Mark" anzusprechen, aber dann nicht aufzulösen.

 


 

Erik Schulz: https://youtu.be/Msor9MlCQPw

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Nach einer knappen, aber informativen Einführung am Anfang folgte eine sehr überzeugende Lesung, der Autor bewegt sich immer sicherer vor der Kamera. Der Text war sprachlich intensiv, ohne in Klischees zu verfallen. Die dazu sparsam eingeblendeten Bilder steigerten die Wirkung des Textes. Obwohl der Autor bei seinen Äußerungen zum Thema Lektorat etwas weitschweifig ist, hört man ihm gerne zu. Der Prozess, der ihn zu seinen Lektoren führte, wird spannend erzählt. Auch in diesem Beitrag wird wieder die Notwendigkeit eines guten Lektorats deutlich.

 

 

Björn Bedey, Verleger:

Schöner Anfang mit Cover und Musik. Gut gelesen – sogar mit den Armen – und schönen thematischen Einspielungen. Sprache passt zur Zielgruppe und ist authentisch. Beim Zuhören entstehen Bilder – so soll es sein. Zum Lektorat am See – ein schönes Bild per Bluescreen. Eriks Weisheiten sind gut und können sicher auch anderen Autoren weiterhelfen. Einblendungen der Cover sind mal wieder sehr gelungen. "Bösartige Horde von Betonköpfen" – herrlich! Die Lektorenfindungsgeschichte war dann auch informativ. Gute Beschreibung mit vielen Tipps! „Die Zeit wird dann bestätigen, was durch Zeit gewonnen wurde.“

 

Bernd Held, Designer:

Das ganze Video besitzt mehr oder weniger offensichtlichen Humor - großartig. Eric Schulz wird vor der Kamera immer gelassener, die teilweise auftretende Steifigkeit vorangegangener Videos ist verschwunden. Selbst die Lesung bestitzt versteckten Humor.
Der Teil über das Lektorat ist klasse eingeleitet und sehr anschaulich erklärt. Man merkt, wie wichtig ihm das Lektorat ist und dass es einen hohen Stellenwert in seiner Arbeit hat.
Rolf Mueller, Lektor:
Idee: Einstieg mit der Lesung, kommentierte Literaturhinweise, Erfahrungsberichte von Schreibgruppe bis Lektorat und Korrektorat.
Umsetzung: Sehr gelungene Lesung mit gut dosierten Zwischenschnitten. Prima! Was dann folgt ist fast so etwas wie ein kleines Tutorial für angehende Selfpublisher, ein dickes Bündel interessanter und nützlicher HInweise.
Technik: Technisch und handwerklich ist auch dieses Video tadellos.
Fazit: Das Video von Erik Schulz ist eine sehr gelungene Mischung aus handfesten Informationen und Hinweisen, die zugleich so sympathisch und professionell präsentiert werde, dass nichts zu kritisieren ist, außer die angesprochene Zielgruppe, die eigentlich seine LeserInnen hätten sein sollen ....

 

 

Markus Walther: https://youtu.be/awr48Bv9b4A

 

 

Brigitte Halenta, Autorin:

Der Autor ist für Überraschungen gut – wie jedes Mal. Mir fällt auch immer die perfekte Tonqualität auf, die in diesem Video mit den einleitenden Geräuschen und sehr viel begleitender Musik sehr im Vordergrund steht. Dagegen fallen die geschriebenen Notizen zum Lektorat etwas ab. Ich hatte auch Mühe, sie zu lesen. Die Lesung war wieder toll.

 

 

Björn Bedey, Verleger:

Knackiger Anfang, musikalisch unterlegt. „Läcktorat“ find ich gut! …ok, das bleibt so! Das gefilmte Schreiben ist unterhaltsam und einprägend – gute Umsetzung. Viel hatte Markus aber freilich nicht zu schreiben…. zum Lektorat. Die Lesung hat mir wieder sehr gut gefallen – da passt es einfach. Im Abspann dann noch ein paar Schmunzel-Szenen – super!

 

Bernd Held, Designer:

Ja, ein Lektorat hat sein Buch auch durchlaufen :) Was will man auch groß drüber berichten, wenn der Verlag dafür sorgt. Von daher hat er diesen Part sehr gut über die handschriftlichen Blätter erledigt. 
Wie immer ein sehr schickes Video. Ach ja – gelesen hat er auch. Die kurzen Outtakes am Videoende fand ich gut.
Rolf Mueller, Lektor:
Idee: Im Zusammenhang mit den Themen Lektorat und Korrektorat mal so richtig alles falsch zu schreiben, halte ich eher für Pennäler-Humor und nicht besonders witzig ...
Umsetzung:  ... witzig wird es erst, wenn die Flucht in die Lesung dann unfreiwillige Fehler offenbart, wie de Perspektivfehler in der Beschreibung Edgar Allen Poes. Ansonsten sind die Lesungen für Markus Walther natürlich eine sichere Bank.
Technik: Die technische Qualität wird von Runde zu Runde besser. Das Bild ist ohnehin gut und das Grundgeräusch des Tons wird mit dem verwendeten Mikro wohl nicht zu eliminieren sein.
Fazit: Ich finde, dass Markus Walther in dieser Runde unter seinen Möglichkeiten geblieben ist.